Ich will zu mir zurückfinden.

Ich erinnere mich an das letzte Mal, als ich so intensiv gefühlt habe, dass mein Äußeres nicht zu meinem Inneren passt. Ich ein neuer Mensch bin - und das auch zeigen möchte. Es war im Frühjahr 2023. Ich hatte mich endlich von diesem toxischen Arschloch getrennt und war relativ neu in der Kleinstadt. Ich hatte die Wohnung nur für mich, die Wohnung, die meine Freundin S später “Gilmore Girls Wohnung” taufte. Und das war sie wirklich: Eine langgezogene, cozy Küche. Der Blick ins Grüne in den Garten. Das Poster, ein Geschenk, mit den Worten “Du bist viel zu ganz, um nur halb geliebt zu werden”. Mealprepsonntage, der 6€ Rossmann Milchaufschäumer, vor der Arbeit durch den Nordpark spazieren, fast immer frisch kochen. Heartbreak & Healing, allein, mit Freundinnen, der runde Spiegel über der Kommode, durchheulte Nächte, durchzechte Nächte, clean, cozy, endlich alles so, wie ich es wollte. Mein Fokus lag auf mir. Und das war gut, aber es hat mir auch gezeigt: Ich will, dass mein Äußeres diese innere Wandlung zeigt, die ich gerade durchmache. Ich hatte eine richtige Identitätskrise. Und das Einzige, was so richtig geholfen hat, war … mitten durch den Schmerz zu gehen. Keine Abkürzung. Kein Verstecken, kein Alkohol, auf der Parkbank sitzen und weinen weil ich es nicht mehr aushalten konnte, Schmerz zulassen, ihn rauslassen, Tränen laufen lassen ganz egal wo … Kein angenehmes Gefühl, aber für mich notwendig!

Und jetzt, 3 Jahre später, habe ich das Gefühl wieder, dass eine neue “Identität”, einer neuer Character, eine neue Staffel meines Lebens auf mich wartet. Das Gefühl ist weniger intensiv aktuell. Aber genug, um es täglich zu spüren.

Ich habe einige Pinterest Boards aus Zeiten, wo es mir ähnlich ging, die alle “New Me” heißen und total unrealistische neue Möchte-Gern-Versionen von mir verbildlichen. Das hilft kurz, um sich zu inspirieren. Hat bei mir aber nie den gewünschten Effekt gehabt von wegen, okay, das ist mein neuer Ansporn, jetzt so zu werden. (Falls das bei euch schon mal geklappt hat, dann let me know, ich will wissen, wie das geht!!)

Aber diesmal packe ich’s anders an.

Der Auslöser war vor ein paar Tagen dieses Buch: “Leider geil, fett und faul” von Christian Zippel*. Meine Freundin V hat mir von dem Autor berichtet und let me tell you, dieses Buch war ein Wachrüttel (bzw. die ersten 20%, denn mehr habe ich noch gar nicht gelesen). Es geht sehr viel um die Trägheit, die wir in unserer modernen westlichen Gesellschaft haben. Alles um uns herum ist downloadbar, bestellbar, klickbar. Essen, Drogen, Fast Fashion noch und nöcher, aber genauso Freundschaften, Beziehungen, Sex, whatever. Das heizt unseren inneren Schweinehund immer mehr an. Während wir immer weiter weg kommen von dem, was wir zu einem erfüllten Leben im Allgemeinen brauchen: unsere Triebe, aber vor allem auch unseren Geist und unseren Körper.

Und irgendetwas hat seitdem Klick gemacht. Irgendwie will ich meinen Körper mehr würdigen. Ich glaube, ich habe mich so weit weg von mir selbst gefühlt, weil ich zu wenig bewussten Fokus auf mich & meinen Körper hatte. Keine Ahnung, wie lang das anhält, aber ich will diese Motivation gerade dazu nutzen, mir Routinen aufzubauen. Die letzten Tage habe ich immer früh Yoga gemacht oder eine kurze Meditation, auch wenn es nur 5min waren. So ein Unterschied!! Außerdem versuche ich jeden Tag nicht nur Unterhaltung zu lesen, sondern eben auch was für den Geist. Und ich mache aktuell auch Sport - Homeworkouts von Coach Stef*. Maximal effiziente 20 Minuten. I love it. Das fühlt sich gerade, schon nach den ersten paar Tagen, sooooo gut und anders und erfrischend an. Ich fühle mich näher an mir selbst, stärker, glaube mehr an mich. Jetzt stell dir mal vor wie krass dann dieser Effekt nach Monaten oder einem Jahr wäre …

Ich weiß nicht, ob das die Lösung ist, aber sie hilft mir jetzt gerade und das ist das Einzige, das wir sicher haben, nicht wahr? Diesen Moment. Das Hier & das Jetzt.

xoxo, ohmaxicobabe


*Unbezahlte Werbung.

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