Plötzlich mit 26 gekündigt -und jetzt?
Was ist der Sinn des Lebens? Des Seins? Meiner Arbeit? Meine Berufung?
Hey you! Ich bin Maxi und heute vor 4 Wochen wurde ich unerwartet gekündigt.
Ich glaube, das ist das Beste, was mir passieren konnte.
Let me explain …
“Wir haben uns entschieden, die Zusammenarbeit mit dir zu beenden”
Boom. Dieser Satz ist der erste, den ich in unserem Meeting so richtig wahrnehme. Es ist der 28. Mai 2025. Ich sitze in einem Café um die Ecke, habe mir schnell meinen Laptop, Ladekabel, Airpods und Brille zusammengeklaubt, denn seit dem Morgen ging zuhause kein Strom.
Ein bisschen zerzaust klappte ich also den Laptop auf, pünktlich um 9:00 Uhr wie jeden Morgen, nichtsahnend, dass die nächsten 15 Minuten den riesigen Druck von mir nehmen würden, den ich schon so lange mit mir herumtrug.
Als mein (jetzt ehemaliger) Chef mir diesen Satz sagte, war ich einfach nur … verwirrt. Wie jetzt? Kündigen? Einfach so? Aber direkt der 2. Gedanke:
“Omg ich muss nie wieder für ihn arbeiten, wie geil!”
Natürlich passierte die “Kündigung” nicht einfach so. Ich arbeitete in einem Startup, wir waren insgesamt zu dritt. Die beiden Chefs. Und eben ich. Es gab keine Kollegen. Keinen wirklichen Smalltalk. Kein Büro. Ich arbeitete über ein Jahr 100 % remote als LinkedIn Copywriterin, was mir damals extrem gelegen kam. Innerhalb dieses Jahres bin ich nach Spanien umgezogen, daher war der Job für diese Zeit perfekt.
Aber nicht perfekt ist es für mich, im Homeoffice zu vereinsamen. Irgendwann begann ich, Kolleginnen zu vermissen. Mir Kaffeeschnacks und gemeinsames Augenrollen über eine nervige Aufgabe zu wünschen. All das hatte ich nicht. Dafür hatte ich auf der anderen Seite richtig gute Rahmenbedingungen. Ein relativ hohes Gehalt (gerade im Vergleich zu den Löhnen in Spanien), Flexibilität, mir meine Zeit einzuteilen, Remote Work von wo immer in Europa ich wollte.
Mittlerweile weiß ich: Die Rahmenbedingungen können noch so schön und verlockend klingen. Ich brauche um mich herum ein empathisches, liebes Team. Das hatte ich nicht. Für meine Chefs gab es nur die Arbeit. Hoher Performancedruck. “Wir spielen hier Championsleague” . Und - noch besser - die Aussage: “Ich kann beim Feedbackgeben von Aufgaben keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten von Mitarbeitern nehmen. Ich beurteile sie mit demselben Anspruch, den ich auch an mich selbst stelle, und der ist extrem hoch”. Puhhh. 🚩
Wie dem auch sei - zusammengefasst: Ich war nicht happy dort. Schon seit Anfang 2026 nicht mehr.
Aber was sollte ich tun? Selbst kündigen?
Ich hatte schließlich keinen Plan B. Ich saß in einem Land, in dem ich die Sprache gerade erst so richtig lernte. In dem ich die Umgebung zu entdecken begann. Der Frust wuchs immer mehr. Irgendwann meinte auch mein Partner J zu mir: “Maxi, es kann so nicht weitergehen. Du sitzt mittags und abends heulend da, um dich von dem Arbeitstag zu erholen. Du machst dir selbst soooo Druck. Sch*iß doch auf das Feedback von denen, du weißt, dass du extrem gut schreiben kannst.”
Ich wusste, dass er recht hatte. Dass ich was ändern musste. Aber die vermeintliche Sicherheit und das Gehalt ließen mich bleiben, ließen mich heulen, runterschlucken und “durchbeißen” (vielleicht auch was typisches Deutsches, oder?).
Der Auslöser für das Ende war dann ein Gespräch, das ich proaktiv mit den Chefs gesucht habe. Ich habe zum ersten Mal gesagt, dass ich aktuell nicht glücklich bin und merke, dass ich nicht meine Bestleistung abrufen kann. Dass ich mir Kollegen wünschen würde mittelfristig. Und ein wenig mehr Wertschätzung (statt 24/7 Kritik für jeden meiner Texte … ).
3 Tage später wurde ich gekündigt.
Ich habe am Ende 3 Wochen Kündigungsfrist bekommen.
3 Wochen, um
mental zu verarbeiten, dass man gekündigt wurde
sich zu überlegen, was man von heute auf morgen stattdessen machen will
Bewerbungsunterlagen vorzubereiten / upzudaten
Unternehmen zu recherchieren
70.421+ Bewerbungen abzusenden
den ganzen Papierkram zu managen
&&&
💌 Memo an mich selbst: Nie wieder einen Vertrag ohne Kündigungsfrist unterschreiben bzw. auch die “gesetzliche Kündigungsfrist” sind nur 4 Wochen in Deutschland!
UND JETZT?
Gute Frage. Wie ihr euch vielleicht schon denken könnt - die 3 Wochen sind jetzt rum. Ich habe seit letzter Woche offiziell keinen Job mehr. Am Anfang hat mir das Angst gemacht. Existenzsorgen etc. Ich habe zum Glück einiges an Erspartem, sodass ich nicht den riesigen Druck habe, direkt morgen etwas Neues zu finden.
Aber vor allem: I’m a blank page right now. Im Sinne von: Ich KANN jetzt literally nochmal neu starten. Ich bin erst 26 und habe jetzt die Zeit, herauszufinden, was ich wirklich (erstmal) machen möchte (erstmal, weil ich nicht glaube, dass ich von jetzt an 40 Jahre im selben Job bleiben werde).
Wie das so läuft, wofür ich mich entscheide, welche Dinge ich ausprobiere und alles Weitere könnt ihr hier auf meinem Blog lesen. Ich nehme euch dabei mit, den Sinn meiner Arbeit, meine Berufung und vielleicht sogar den Sinn meines Lebens herauszufinden.
Was ich schon mal bis hierhin gelernt hab: Im Leben geht’s ums Ausprobieren. Genau das machen wir jetzt!
Stay tuned und pass auf dich auf <3
xoxo, ohmaxicobabe